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Verfasst am: 16.11.2006, 15:54 Titel: 27. - 29. November - Theater gegen Straflosigkeit |
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Antígona – las voces que incendian el desierto / Antigone – Stimmen, die die Wüste entflammen (OmU)
Das Ensemble Telón de Arena, die amnesty international Hochschulgruppe der Universität Hamburg und de ai-Berzirk Hamburg präsentieren das Stück "Antígona, las voces que incendian el desierto / Antigone - Stimmen, die die Wüste entflammen" der preisgekrönten mexikanischen Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Perla de la Rosa.
In ihrer Adaption der Tragödie von Sophokles und der Versionen Brechts und Anouilhs lässt Perla de la Rosa die Figur der Antigone angesichts "des systematisches Verbrechens, der strukturellen Komplexität und des feigen Gedächtnisverlusts, der die Bürger von Ciudad Juárez heimgesucht hat", die Stimme erheben, erläutert Luis de Tavira, Direktor der Compañía Nacional de Teatro.
In den nordmexikanischen Städten Ciudad Juárez und Chihuahua wurden nach Angaben von amnesty international zwischen 1993 und 2005 mehr als 400 Frauen und Mädchen brutal ermordet, viele von ihnen arme Arbeiterinnen aus den so genannten "Maquiladoras", den internationalen Fließbandfabriken im Norden Mexikos. Mindestens ein Drittel von ihnen hat vor ihrem Tod sexuelle Gewalt erlitten. Die zuständigen Behörden verschleppten jahrelang die Ermittlungen zu dieser Mordserie.
"Ich nahm den klassischen Mythos der Antigone und übertrug ihn in die Gegenwart von Juárez, in der sie ihre unbestattete, in der Wüste entführte Schwester sucht. Hierbei muss sie sich dem Tyrannen Kreon entgegen stellen, der den Tod der verschwundenen Frauen leugnet", so de la Rosa. "Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass das Gesetz oftmals nicht gerecht ist, so wie Kreon ein Gesetz erlässt, das für diejenigen, die dem Bild der Stadt schaden, die Todesstrafe vorsieht. So haben alle zu den Verbrechen, die dort geschehen, zu schweigen"
Perla de la Rosa nimmt mit diesem politischen Stück die aktuellen Problematiken der Straflosigkeit schwerer Menschenrechtsverbrechen und des nordmexikanischen Feminizids auf und widersetzt sich mit ihrer mutigen Adaption dem verordneten Schweigen.
Die Aufführungen finden in spanischer Sprache mit deutscher Untertitelung statt. Das Stück wird abgerundet durch eine Fotoausstellung und eine Diskussionsveranstaltung im Anschluss an die Aufführungen.
27. - 29. November
Beginn: 19.30 Uhr
Eintrtt: 7€, ermäßigt 5,50€
Haus 73, Schulterblatt 73, Hamburg
http://www.dreiundsiebzig.de
http://www.latainamerika.de/ |
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